Challenge Roth – Der Kampf gegen die Strecke und sich selbst

Triathleten des 1. FCN Schwimmen durch zwei Starter bei der Challenge in Roth vertreten.

Eine der spannendsten Fragen stellte sich schon weit vor dem Startschuss: Laufen die Kanalschleußen wieder rechtzeitig an, damit das Wasser durch umwälzen auf den magischen Wert von 24,5°C gebracht werden kann, oder nicht. Immerhin hatten wir in den vorangehenden Tagen mit tropischen Temperaturen zu kämpfen. Aber den 3.500 Einzelstarter und rund 1.000 Staffeln aus der ganzen Welt konnte (wieder) Entwarnung gegeben werden. Zumindest den Altersklassenathleten wurde das Tragen der Neoprenanzüge gestattet.

Und wohl keiner hatte etwas dagegen, dass die mehrere Wochen in Europa andauernde Hitzewelle genau am frühen Morgen des 07. Juli 2019 mit einem ordentlichen Schauer beschloss, eine Pause einzulegen. Sind 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen schon schlimm genug, will man nicht auch noch gegen eine Hitzefont ankämpfen müssen. Aber an dem Tag lief alles perfekt: Die angenehmen Temperaturen und die gewohnt tolle Unterstützung tausender Zuschauer (für Athleten mit Gänsehauteffekt) stellten nahezu perfekte Wettkampfbedingungen dar. Da brachte auch der im Tagesverlauf aufkommende (Gegen-)Wind die Athleten nur geringfügig aus ihrem Konzept.

Vom 1. FCN Schwimmen waren mit Markus Anders und Martin Joost zwei Einzelstarter an der Startlinie. Letzterer hatte noch eine Rechnung mit dem Vorjahr offen, denn damals ließ ihn eine Grippe, welche fünf Tage vor dem Rennen begann, nur zum Zuschauer werden. Der Start um 6:45 Uhr war damit fast schon die halbe Miete. Nach nur 1:03 Stunden kam er beinahe planmäßig aus dem Wasser und machte sich auf den Weg über die zwei Radrunden mit dem tollen Hotspot am Solarer Berg. Nach einer schneller als erwarteten Radzeit von 4:52 Stunden, konnte er den abschließenden Marathon beginnen. Dieser war - wie wahrscheinlich für fast alle Teilnehmer - insbesondere von km 30 bis 36 doch etwas schmerzhaft, denn von Roth nach Büchenbach steigt die Strecke zwar leicht, dafür aber permanent an. Dafür gehen die letzten Kilometer bergab, auch wenn das zu diesem Rennzeitpunkt kaum noch spürbar ist. Nach einer Laufzeit von 3:19 Stunden und einer Gesamtzeit von 9:19 Stunden lief er als 122. müde aber mehr als zufrieden ins Ziel.

Martin war mit einem Schnitt von 4:44min pro Kilometer flott zu Fuß.

Nach 2017 wagte sich auch Markus Anders zum zweiten Mal auf eine Triathlon-Langdistanz. Die Challenge Roth eignet sich für den aus Wendelstein stammenden Landkreisstarter dafür ideal. Die Wettkampfstrecken sind alle bekannt, die Anreise problemlos und unter den Zuschauern sollten sich einige bekannte Gesichter finden. Markus freute sich vor allem auf die Erlaubnis Neoprenanzüge zu verwenden, da die Auftaktdisziplin bekanntermaßen seine Achillesferse ist. Dennoch lag die Schwimmzeit mit 1:23 Stunde nochmal 4 Minuten über der Zeit von 2017. Eine erste Enttäuschung, trotz intensiver Trainingsbemühungen. Zudem verhinderte der starke Gegenwind auf der Radstrecke eine neue persönliche Bestzeit und kostete ihm viel Kraft. Aber als erfahrener Triathlet ließ sich Markus dadurch nicht aus dem Konzept bringen. Nach einem perfekten Wechsel vom Radfahren zum Laufen, sorgten die ersten 10 km schon wieder für Zuversicht. Allerdings hatte Markus auf dem anschließenden Streckenabschnitt bis zur Schleuse Leerstetten wieder sehr mit dem Gegenwind zu kämpfen und zurück an der Lände in Roth lagen noch immer 17 km vor ihm. Mehrere Gehpausen in den Versorgungsstellen verlängerten auch hier die Zeit für den abschließenden Marathon. Aber nach 5:30 Stunden auf dem Rad und weiteren 3:48 Stunden für den Marathon überquerte Markus in einer Gesamtzeit von 10:48 Stunden die Finishline. Die anfängliche Enttäuschung über die Erkenntnis, 18 Minute langsamer als 2017 gewesen zu sein, wich sehr schnell dem Stolz über das Erreichte.

Die ersten 10 Laufkilometer liefen bei Markus wie am Schnürchen.

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